Pflanzenschutz-Dokumentation 2026: Vorlage, Excel, PDF oder App – was ab 2027 noch reicht

Von Thomas Berger · 1. November 2026 · Lesezeit 9 Minuten
Anzeige Leafwrit Deutschland: ab 2027 nur noch elektronisches Spritztagebuch Das Spritztagebuch, das die Unterlagen selbst für die Kontrolle vorbereitet Behandlung in einer Minute erfassen: Leafwrit rechnet die Mittelmenge, trägt die Zulassungsnummer aus dem BVL-Register ein, erfasst das Wetter und erstellt die Aufzeichnungen nach der Excel-Vorlage des JKI. Kostenlos starten →20 Behandlungen kostenlos · Keine Kreditkarte nötig Leafwrit Spritztagebuch auf dem Handy

Mein Nachbar Sepp bewirtschaftet ein paar Hektar Acker drüben im Allgäu, keine zwanzig Minuten von Reutte. Im Oktober saß er bei uns am Küchentisch, vor sich einen zerknitterten Schreibblock mit Spritzterminen, und fragte: „Reicht das noch?“ Die ehrliche Antwort lautet: für 2026 vielleicht, für 2027 sicher nicht. Die Pflanzenschutz-Dokumentation 2026 verlangt in Deutschland mehr Angaben als früher, und ab dem 1. Januar 2027 müssen die Aufzeichnungen elektronisch und maschinenlesbar sein. Dieser Beitrag erklärt, was das Gesetz verlangt, welche Vorlage es gibt, warum Excel allein knapp wird und wann eine App die einfachste Lösung ist.

Pflanzenschutz-Dokumentation 2026 und 2027: Was jetzt gilt

Rechtsgrundlage ist § 11 Pflanzenschutzgesetz. Er setzt die EU-Durchführungsverordnung 2023/564 um. Für Betriebe in Deutschland ergeben sich daraus drei Stichtage, die man auseinanderhalten sollte:

ZeitpunktWas giltWas das für Sie bedeutet
Anwendungen seit 1. Januar 2026Erweiterte PflichtangabenDie alte Tabelle mit fünf Spalten genügt nicht mehr
Bis 31. Dezember 2026Papier bleibt erlaubtDer Inhalt muss trotzdem vollständig sein
Ab 1. Januar 2027Elektronisch und maschinenlesbarStrukturierte Datei statt Ausdruck oder Foto

Die Anwendung selbst muss nach den Hinweisen des Pflanzenschutzdienstes Niedersachsen unverzüglich aufgezeichnet werden. Wer zunächst auf Papier notiert, muss den Eintrag ab 2027 innerhalb von 30 Tagen in die elektronische Form übertragen. Aufzubewahren sind die Aufzeichnungen mindestens drei Jahre, gerechnet ab Beginn des Folgejahres. Ein Softwarewechsel ändert an dieser Frist nichts.

Müssen Papiernotizen aus 2026 nachträglich digitalisiert werden? Nein. Die Änderungsverordnung (EU) 2025/2203 erlaubt den Mitgliedstaaten, für Anwendungen vor dem 1. Januar 2027 auf die Umwandlung zu verzichten, und Deutschland nutzt das in § 11 Absatz 2 PflSchG. Vollständig und auffindbar müssen die Papierunterlagen trotzdem bleiben.

Pflichtangaben der PSM-Dokumentation im Überblick

Die Bayerische Landesanstalt für Landwirtschaft (LfL) listet die Felder auf, die eine vollständige PSM-Dokumentation seit 2026 enthalten muss:

Die Zulassungsnummer finden Sie in der Online-Datenbank des BVL. Genau hier passieren in der Praxis die meisten Fehler: ein Handelsname ohne Nummer, „1 Liter“ ohne Bezug auf Hektar oder ein Kürzel für den Schlag, das außer dem Betriebsleiter niemand versteht.

Tipp aus der Praxis: Schreiben Sie bei jeder Menge dazu, worauf sie sich bezieht – Liter pro Hektar oder Liter für den ganzen Schlag. Der Kontrolleur liest Ihre Notiz ohne Ihre Erklärung.

Pflanzenschutz-Dokumentation: Vorlage, Excel und PDF

Die amtliche Excel-Vorlage des JKI

Wer nach einer Pflanzenschutz-Dokumentation-Vorlage sucht, landet meist bei der Arbeitsmappe des Julius-Kühn-Instituts, die unter anderem die Landwirtschaftskammer NRW verlinkt. Nach deren Hinweisen kann die als CSV gespeicherte Tabelle die Anforderungen ab 2027 erfüllen. Fachliche Eingabehilfen enthält die Mappe nicht: Zulassungsnummer, EPPO-Code und Aufwandmenge tippen Sie selbst ein.

Pflanzenschutz-Dokumentation in Excel: Wo es hakt

Excel ist vertraut und kostet nichts extra. Die Schwächen zeigen sich erst in der Saison: Die Datei liegt am Büro-PC, gespritzt wird draußen. Abends wird nachgetragen, aus dem Gedächtnis. Mehrere Personen arbeiten mit Kopien, und am Jahresende gibt es drei Versionen derselben Tabelle. Für die Kontrolle zählt außerdem nicht die schöne Ansicht, sondern die gespeicherte CSV-Datei.

Pflanzenschutz-Dokumentation als PDF

Ein PDF ist gut zum Ausdrucken und Abheften. Als elektronische, maschinenlesbare Aufzeichnung ab 2027 lehnt der Pflanzenschutzdienst Niedersachsen PDF jedoch ausdrücklich ab; genannt werden JSON, XML und CSV. Ein PDF-Formblatt bleibt also eine Hilfe für 2026, aber keine Lösung für 2027.

Weg2026Ab 2027Aufwand im Alltag
Papier / SchreibblockErlaubtÜbertragung binnen 30 Tagen nötigDoppelte Arbeit
PDF-FormblattErlaubtNicht maschinenlesbarDoppelte Arbeit
JKI-Excel-VorlageErlaubtAls CSV möglichAlles von Hand, Nachtragen im Büro
App / digitales SpritztagebuchErlaubtExport als CSV/ExcelEintrag direkt am Feld

Pflanzenschutz-Dokumentation als App: Eintrag direkt am Feld

Sepp hat sich am Ende für eine App entschieden, und zwar aus einem einfachen Grund: Er hat das Handy ohnehin dabei, den Büro-PC nicht. Eine gute Pflanzenschutz-Dokumentation als App löst genau die Punkte, an denen Excel scheitert. Bei Leafwrit, einem digitalen Spritztagebuch für Deutschland, sieht der Ablauf so aus:

  1. Behandlung eintragen: Schlag, Kultur, Mittel und Aufwandmenge. Das Mittel wählen Sie aus dem BVL-Register, die Zulassungsnummer wird automatisch übernommen.
  2. Der Rest wird berechnet: die Mittelmenge für den Tank, auch für mehrere Schläge mit einer Füllung, dazu das Wetter zur Stunde der Behandlung.
  3. Unterlagen sind fertig: Spritztagebuch nach der Excel-Vorlage des JKI, als Excel, CSV und PDF.
  4. Kontrolle: Der Kontrolleur öffnet die Datei, ohne sich im Konto anzumelden.

Leafwrit läuft im Browser auf Handy und Computer, eine Installation ist nicht nötig. Die letzte Behandlung lässt sich mit drei Fingertipps wiederholen, was bei der dritten Fungizidspritzung im Juli mehr Zeit spart, als man denkt. Die ersten 20 Behandlungen sind kostenlos, eine Kreditkarte braucht man dafür nicht. Wer die App für die eigene Pflanzenschutz-Dokumentation 2026 testen will, kann also eine ganze Probesaison auf einem Schlag durchspielen, bevor er sich entscheidet.

Ackerschlagkartei kostenlos: Was „gratis“ wirklich bedeutet

Viele suchen eine Ackerschlagkartei kostenlos, als PDF oder als Download. Für die Pflanzenschutzpflicht muss es keine vollständige Schlagkartei mit Düngung, Ernte und Bodenproben sein: Gesetzlich geht es um die Aufzeichnung der Pflanzenschutzanwendungen. Achten Sie bei Gratis-Angeboten auf drei Punkte:

Ein kostenloses PDF-Formular erfüllt den ersten Punkt, scheitert aber am dritten. Ein kostenloses digitales Spritztagebuch mit CSV-Export erfüllt alle drei.

Umstellungscheck vor der Saison 2027

Sepp hat seinen Schreibblock übrigens nicht weggeworfen. Er liegt jetzt im Ordner für 2026, vollständig nachgetragen. Die nächste Spritzung im Frühjahr landet direkt im Handy. Wer sich auf der Alpe oder im Lechtal mit ähnlichen Fragen herumschlägt: Lesen Sie auch unsere Beiträge zur Krautfäule bei Kartoffeln und zum Sachkundenachweis Pflanzenschutz.

Häufige Fragen

Ab wann muss die Pflanzenschutz-Dokumentation digital sein?

In Deutschland ab dem 1. Januar 2027. Bis zum 31. Dezember 2026 ist Papier noch erlaubt, die erweiterten Pflichtangaben gelten aber schon für Anwendungen seit Anfang 2026.

Reicht die Excel-Vorlage des JKI ab 2027?

Nach den Hinweisen der Landwirtschaftskammer NRW kann die als CSV gespeicherte Tabelle die Anforderungen ab 2027 erfüllen. Eingabehilfen enthält sie nicht, alle Angaben werden von Hand eingetragen.

Ist eine PDF-Dokumentation ab 2027 noch zulässig?

Als maschinenlesbare Aufzeichnung nicht. Der Pflanzenschutzdienst Niedersachsen nennt JSON, XML und CSV als strukturierte Formate und lehnt PDF dafür ab.

Wie lange muss ich die Pflanzenschutz-Dokumentation aufbewahren?

Mindestens drei Jahre, gerechnet ab Beginn des Jahres, das auf die Anwendung folgt (§ 11 Absatz 3 PflSchG).

Gibt es eine kostenlose App für die Pflanzenschutz-Dokumentation?

Leafwrit bietet die ersten 20 Behandlungen kostenlos und ohne Kreditkarte an, der Datenexport ist unbegrenzt. Mehr dazu auf der Leafwrit-Seite für Deutschland.

Quellen